alaviergemarie

Noriko Fujii, Sopran,

Rudolf Innig, Orgel

 

 

 

 

A la vierge Marie

Arthur Honegger: Trois Psaumes, Marcel Dupré: Ave Maria, Jean Langlais: A la Vierge Marie, Jehan Alain: Ave Maria, Louis Vierne: Les Angélus, Lili Boulanger: Pie Jesu, André Jolivet: Messe Pour le Jour de la Paix, Darius Milhaud: Cinq Prières

Eine ganz persönliche Form des Ave Maria komponierte Jean Langlais (1907- 1991), der Zeit seines Lebens enge Kon­takte nach Amerika hatte, 1981 für die Sängerin dieser CD, Noriko Fujii. Auf einen eigenen Text, der die Anrufung und Bitte des liturgischen Ave Maria frei erweitert, hat Langlais ein kleines Stück geschrieben, in dem anfänglich die Bitten quasi rezitie­rend auf die stets gleiche Melodie-Floskel gesungen werden, die dann aber bei der Schlussbitte zu einer großen melodischen Geste erweitert wird.

Hier die erste Seite des Stückes mit der Unterschrift des blinden Jean Langlais:

alaviergemarie noten

Auszüge dem Booklet

Lili Boulanger (1893-1918), die jüngere Schwester der berühmten Pianistin Nadja Boulanger, gewann bereits mit 20 Jahren als erste Frau den berühmten französischen Kompositionspreis Prix de Rome. Sie kom­ponierte zahlreiche Werke für Chor und Singstimmen, aber auch reine Instrumen­talwerke und in den letzten Monaten ihres kränklichen Lebens schrieb sie (neben den Arbeiten an einer nicht mehr vollendeten Oper) quasi ihr eigenes Requiem Pie Jesu für Mezzo-Sopran, Streichquartett, Harfe und Orgel (hier in der Fassung für Orgel allein). Die Singstimme wiederholt immer wieder den letzten Satz aus der Requiems-Sequenz Dies irae, und die anfänglich bewegte und stark chromatische Tonsprache findet im Schluß zu gelöster Ruhe. (Dr. Irmlind Capelle)