• Sonntag, 14. Juni 2026<br/> 17.00 Uhr Mettmann<br/><br/> Orgelkonzert

    Sonntag, 14. Juni 2026
    17.00 Uhr Mettmann

    Orgelkonzert

    Mettmann St. Lambertus Sonntag, 14. Juni 2026, 17.00 Uhr Programm Anton Bruckner Ouvertüre g-Moll (1863) (1824-1896) Robert Schumann Vier Skizzen op. 58 (1845) (1810-1856) Nicht schnell und sehr markiert Nicht schnell und sehr markiert Lebhaft Allegretto Max Reger Fantasie und Fuge über B-A-C-H (1873-1916) Rudolf Innig, Orgel (www.rudolf-innig.de)

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  • Donnerstag, 16. Juli  2026<br/> 18.00 Uhr Poznan (PL)<br/><br/> Orgelkonzert

    Donnerstag, 16. Juli 2026
    18.00 Uhr Poznan (PL)

    Orgelkonzert

    Poznan Stadtkirche Donnerstag, 16. Juli 2026, 17.00 Uhr Programm Johannes Brahms Präludium und Fuge g-Moll (1857) (1833–1897) Anton Bruckner Drei Orchesterstücke WAB 97 (1862) (1824-1896) Moderato Andante Andante con moto (Transkription für Orgel von Rudolf Innig, 2018) Felix Nowowiejski Sinfonie e–Moll op. 45 Nr. 5 (1929) (1877 – 1946) Allegro serioso Andante ('Stella matutina' - 'Morgenstern') Passacaglia Rudolf Innig, Orgel (www.rudolf-innig.de) Gedanken zum Programm Johannes Brahms würde man heute als einen frühen ‚Experte für Alte Musik‘ bezeichnen: Er befasste sich intensiv mit der vokalen Mehrstimmigkeit des 16. Jahrhunderts und bearbeitete alte Volkslieder. Vor allem zählte er zu den Herausgebern der neunbändigen Ausgabe der Orgelwerke Bachs, die ab 1837 im Peters-Verlag in Leipzig erschien und heute noch erhältlich ist. Sein Präludium und Fuge g-Moll zeugt von der genauen Kenntnis des gleichnamigen Orgelstückes von Bach (BWV 535), die mitunter bis in die Nähe von Zitaten reicht. Von Anton Bruckner sind keine nennenswerten Kompositionen für Orgel überliefert, nur einige wenige kurze Fugen, die er 1861 am Ende eines sechsjährigen Studiums in Harmonielehre und Kontrapunkt bei Simon Sechter in Wien schrieb. Danach inspirierte ihn die Musik Richard Wagners zur Komposition sinfonischer Orchestermusik. Zu einem Schlüsselerlebnis wurden für ihn die Aufführungen der Oper Tannhäuser im Frühjahr 1863 in Linz, bei denen er als Chordirigent mitwirkte. Sein Freund, der dortige Theaterkapellmeister Otto Kitzler vermittelte ihm seit dem Herbst 1861 die entscheidenden Impulse zur Komposition sinfonischer Werke. Die hier erklingenden Drei Orchesterstücke (1862) sind Bruckners erste sinfonische Orchesterwerke. Es sind kurze dreiteilige Charakterstücke in A-B-A -Form, die schon die typischen Merkmale seiner späteren großen Sinfonien erkennen lassen. Der Name des polnischen Komponisten Felix Nowowiejski (1877-1946) hätte heute in der spätromantischen sinfonischen Orgelmusik einen ähnlich glänzenden Klang wie der von Charles-Marie Widor (1844-1937) oder Louis Vierne (1870-1937), wenn es den Zweiten Weltkrieg mit seinen Schrecken und der folgenden, fast 50 Jahre andauernden Teilung Europas durch den Eisernen Vorhang nicht gegeben hätte. In seinen Orgelwerken, vor allem in seinen neun Orgelsinfonien op. 45 und den Vier Konzerten für Orgel Solo op. 56 verbinden sich die Einflüsse der deutschen Musiktradition (Nowowiejski lebte viele Jahre in Berlin und studierte dort Komposition bei Max Bruch) und der sinfonischen französischen Orgelmusik, die er in Paris kennengelernt hatte, mit der charakteristischen polnischen Melancholie. Seine neun Sinfonien zählen zu den bedeutendsten Werken der spätromantischen sinfonischen Orgelliteratur. Die Sinfonie e-Moll op. 45 Nr. 5 beginnt mit einem ausgedehnten Sonatensatz. Dem Hauptthema im Fortissimo stellt Nowowiejski als zweites Thema im Piano den polnischen den 91. Psalm ('Wer im Schutz des Höchsten wohnt') mit seinem charakteristischen Sekundschritt gegenüber. Die stark fugierte Durchführung wird vor allem vom Hauptthema geprägt. In der Reprise erklingen beide Themen gleichzeitig, zum Teil verbunden mit sehr virtuosen Passagen. Der Satz endet im Organo Pleno mit einem Zitat beider Themen. Der zweite Satz 'Andante' changiert zwischen e- und a-Moll, sein Hauptmotiv erinnert an den ersten Satz. Im dritten Satz greift Nowowiejski zum ersten und einzigen Mal in seiner sinfonischen Orgelmusik die barocken Form der Passacaglia auf. Johann Sebastian Bach, Josef Gabriel Rheinberger oder Max Reger komponierten Meisterwerke für die Orgel in dieser Variationsform. Nach einer feierlichen akkordischen Introduktion im Organo Pleno stellt Nowowiejski sein achttaktiges Thema im Pianissimo im Bass vor und entwickelt daraus 16 Variationen unterschiedlichsten Charakters, wobei die letzte das Thema ungewöhnlicherweise mit brillanten Pedal-Kadenzen kombiniert. Eine kurze Coda erinnert im verlangsamten tempo an das Hauptthema des ersten Satzes. (Dr. Rudolf Innig)

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  • Sonntag, 16.08. 2026<br/> 18.00 Uhr Bielefeld, Neustädter Marienkirche<br/><br/> Orgelkonzert

    Sonntag, 16.08. 2026
    18.00 Uhr Bielefeld, Neustädter Marienkirche

    Orgelkonzert

    Bielefeld, Neustädter Marienkirche Sonntag, 16. August 2026, 18.00 Uhr Orgelkonzert Programm Werke von Max Reger, Olivier Messiaen und Felix Nowowiejski

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  • Freitag, 28. August 2026<br/> 20.00 Uhr Lüneburg<br/><br/> Orgelkonzert

    Freitag, 28. August 2026
    20.00 Uhr Lüneburg

    Orgelkonzert

    Orgelkonzert St. Nicolai Lüneburg Freitag, 28. August 2026, 20.00 Uhr Programm: Max Reger Fantasie über B-A-C-H op 46 (1900) (1877-1916) Felix Mendelssohn Sonate c-Moll op 65 Nr. 2 (1844) (1809-1847) Grave-Adagio Allegro maestoso e vivace Fuge (Allegro moderato) Felix Nowowiejski Sinfonie e–Moll op. 45 Nr. 5 (1929) (1877 – 1946) Allegro serioso Andante ('Stella matutina' - 'Morgenstern') Passacaglia Rudolf Innig, Orgel

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  • Samstag, 19. Juni 2027<br/> 19.30 Uhr Vaduz (FL) <br/><br/> Orgelkonzert

    Samstag, 19. Juni 2027
    19.30 Uhr Vaduz (FL)

    Orgelkonzert

    Vaduz - Kathedrale Sonntag, 4. Juli 2027, 18.00 Uhr Orgelkonzert Programm Johann Sebastian Bach Die Kunst der Fuge (1750) (1685-1750) Fuge Nr. 1 Fuge Nr. 18 (Ergänzung durch Alexandre F. Boëly) César Franck Choral a.Moll (1890) (1822-1890) Olivier Messiaen Livre du Saint Sacrement (1984), daraus (1908-1992) Prière (Nr. 16) Josef Gabriel Rheinberger Sonate A – Dur op. 188 (1901) (1839 – 1901) Präludium Intermezzo Pastorale Finale Rudolf Innig, Orgel (www.rudolf-innig.de) Gedanken zur Musik

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  • Sonntag, 4. Juli 2027<br/> 18.00 Uhr Coesfeld <br/><br/> Orgelkonzert

    Sonntag, 4. Juli 2027
    18.00 Uhr Coesfeld

    Orgelkonzert

    Coesfeld St. Jacobi Sonntag, 4. Juli 2027, 18.00 Uhr Orgelkonzert Programm Johann Sebastian Bach Die Kunst der Fuge (1750) (1685-1750) Fuge Nr. 1 Fuge Nr. 18 (Ergänzung durch Alexandre F. Boëly) César Franck Choral a.Moll (1890) (1822-1890) Olivier Messiaen Livre du Saint Sacrement (1984), daraus (1908-1992) Prière (Nr. 16) Josef Gabriel Rheinberger Sonate A – Dur op. 188 (1901) (1839 – 1901) Präludium Intermezzo Pastorale Finale Rudolf Innig, Orgel (www.rudolf-innig.de) Gedanken zur Musik

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Kassel, St. Martin 

Sonntag, 19. Mai 2024, 19.00 Uhr

Orgelkonzert

Hommage à Anton Bruckner aus Anlass des 200sten Geburtstages 2024

 

 Programm

Anton Bruckner           Ouvertüre g-Moll WAB 98 (1863)                        

(1824–1896)                 (Bearbeitung für Orgel von Rudolf Innig, 2018)

 

Richard Wagner          Feuerzauber aus Die Walküre (1857)                           

(1813-1883)                   (Bearbeitung für Orgel von Rudolf Innig, 2023)

 

Olivier Messiaen          Messe de la Pentecôte (1950)                                           

(1908-1992)                   Offertoire: Les choses visibles et invisibles

                                    (Die sichtbaren und die unsichtbaren Dinge)

                                               Pause                                        

 Anton Bruckner           Drei Orchesterstücke WAB 97 (1862)                  

(1824-1896)                   Moderato

                                    Andante

                                    Andante con moto

                                    (Transkription für Orgel von Rudolf Innig, 2018) 

 

Olivier Messiaen          Messe de la Pentecôte (1950)                                        

(1908-1992)                  Communion: Les oiseaux et les sources

                                   (Die Vögel und die Quellen)

 

Rudolf Innig               Fantasie über eine Improvisationsskizze von Anton Bruckner (2021)

(*1947)                            

Rudolf Innig, Orgel

(www.rudolf-innig.de)

 

Gedanken zur Musik

Anders als heute war Anton Bruckner zu seiner Zeit nicht so sehr als Komponist bedeutender Sinfonien, sondern vielmehr als Organist bekannt. Während seiner Tätigkeit am Dom in Linz (1855-1868) lernte er den Theaterkapellmeister Otto Kitzler (1834-1915) kennen, der ihm zwischen Dezember 1861 und Juli 1863 die entscheidenden Impulse zur Komposition sinfonischer Orchesterwerke vermittelte. Ebenfalls machte er ihn mit Richard Wagners Oper Tannhäuser (1845) bekannt, deren Aufführungen im Februar 1863 zu einem Schlüsselerlebnis für die weitere musikalische Entwicklung des schon fast 40jährigen Bruckner wurden. Sein Weg zum Symphoniker ist im sogenannten Kitzler-Studienbuch festgehalten, das auf 326 Seiten Übungen von einfachen achttaktigen Perioden bis hin zu Skizzen für seine erste viersätzige Sinfonie enthält.

In seinem Bemühen, das Komponieren sinfonischer Musik zu erlernen, hatte Anton Bruckner sich 1861 an den zehn Jahre jüngeren Otto Kitzler gewandt, der ihm anhand von kurz zuvor veröffentlichten Kompositionslehren das Studium der Sonatform - wie Bruckner sie nannte - vermittelte. Die 1863 entstandene Ouvertüre g-Moll orientiert sich an dieser (vor allem von Ludwig van Beethoven geprägten) 'Sonatform', der hier eine - nachträglich auf Kitzlers Rat - entstandene Langsame Einleitung vorausgeht. Aber schon der erste Sonatensatz des zu dieser Zeit bereits 38jährigen Komponisten zielt abweichend von der Tradition vor allem auf die Coda der Ouvertüre, in der überraschend das Hauptthema in neuer Klanggestalt erklingt.

Richard Wagner war für Anton Bruckner war der bedeutendste Komponist seiner Zeit, der 'Meister aller Meister'. Jedoch interessierten ihn weder Wagners Textbücher noch die Inszenierungen seiner Musikdramen, sondern 'nur' dessen Musik, vor allem seine harmonischen Neuerungen mit ihrer Vorliebe für bis dahin unbekannte Akkordverbindungen, die bis in entlegene Tonarten reichten. Die Schlussszene aus der Walküre wurde deshalb zu einem der Lieblingsstücke Bruckners: In ihr versetzt Wotan seine Tochter Brünnhilde in einen Tiefschlaf und schließt sie in einem Feuerring ein. Wagner illustriert diese Handlung mit einigen seiner raffiniertesten Leitmotive. So besteht das zu Beginn in Halbenoten erklingende Schlummermotiv aus einer absteigenden chromatischen Tonleiter, deren Harmonisierung keine Orientierung zulässt. Den Feuergott Loge stellt Wagner dagegen in schnellen Sechzehntelpassagen dar, die sich ebenfalls einer genauen Wahrnehmung entziehen.

Olivier Messiaen hat die Musik des 20. Jh. wesentlich durch seine kompositorischen Neuerungen geprägt: Musikstudierende aus aller Welt zog es magisch nach Paris in seine Kompositionsklasse am dortigen Conservatoire, und junge Organisten waren fasziniert von seinen Orgelimprovisationen am Ende der sonntäglichen Gottesdienste in der St. Trinité-Kirche, die er auf einem Tonband festzuhalten pflegte.

Die Erschütterungen des Zweiten Weltkrieges, den Messiaen über ein Jahr lang in einem Gefangenenlager in Görlitz verbrachte, spiegeln sich in dem dort 1941 entstandenen (und uraufgeführten!) Quartett auf das Ende der Zeit; im Orgelzyklus Livre d'Orgue (1948) hat ein Satz den Untertitel Die Hände am Abgrund. Und wenn in dem Satz Die sichtbaren und die unsichtbaren Dinge der fünfsätzigen Pfingstmesse (1950) vom schwarzen Grunzen des Ungeheuers der Apokalypse die Rede ist (s. u.), so ist das nicht nur eine poetische Metapher.

Seit dieser Zeit sind seine Werke von seriellen Abschnitten geprägt, in denen sich verschieden lange Rhythmen und Tonreihen - für Hörer kaum wahrnehmbar - überlagern, so wie etwa in den mittleren Abschnitten des zweiten Satzes der Pfingstmesse Die sichtbaren und die unsichtbaren Dinge. Seine Modi mit begrenzter Transpositionsmöglichkeit erlauben es ihm nun zunehmend, sowohl zwölftönige Musik zu schreiben wie auch tonale Abschnitte, deren Harmonien von Claude Debussy stammen könnten. Auch Vogelstimmen erklingen in seiner Musik, die Messiaen als 'semiprofessioneller' Ornithologe nun - wie im vierten Satz der Pfingstmesse - genau benennt.

In seinen Erläuterungen zu den beiden Sätzen der Pfingstmesse schreibt Messiaen: "Was alles steckt in diesen Worten! Die bekannten und unbekannten Dimensionen: vom möglichen Durchmesser des Universums bis zu dem des Protons - die bekannten und die unbekannten Zeitdauern: vom Alter der Galaxien bis zu dem der Protonwelle - die geistige und die materielle Welt, die Gnade und die Sünde, die Engel und die Menschen, die Mächte des Lichtes und die Mächte der Finsternis - die atmosphärischen Schwingungen, der liturgische Gesang, der Gesang der Vögel, die Melodie der Wassertropfen und das schwarze Grunzen des Ungeheuers der Apokalypse - schließlich alles, was klar und greifbar ist, und alles, was dunkel, geheimnisvoll, übernatürlich ist, alles, was Wissenschaft und rationales Denken übersteigt, alles, was wir nicht enträtseln können, alles, was wir nie verstehen werden. ... Das Stück gliedert sich in sieben Abschnitte und eine Coda..."

Und zum vierten Satz Die Vögel und die Quellen schreibt Messiaen: "Es ist üblich, nach der Kommunion den Gesang der drei Jünglinge, der Gefährten Daniels, zu rezitieren. Diese drei Jünglinge sind in einen glühenden Ofen geworfen worden. Aber sie gehen unbeschwert durch die Flammen, und sie improvisieren einen Gesang, in dem sie die ganze Schöpfung einladen, gemeinsam mit ihnen das Lob des Herren anzustimmen: Engel, Gestirne, atmosphärische Erscheinungen, alle Wesen, die die Erde bevölkern. Ein Vers wendet sich an das Wasser, ein anderer an die Vögel..."                                                                                                                                           (Dr. Rudolf Innig)